Zielgruppe/Testing

Wie sprechen wir unsere Zielgruppe an?

Als Menschen, die um eine gerechte Welt bemüht sind, haben wir viel Kritik an den Ungerechtigkeiten unserer Welt und entgegen diesen auch Ideen und Visionen, wie sich zum Beispiel Mieten-, Klima- oder Gesundheitspolitik ändern sollte. Diese Gedanken für die Öffentlichkeit zu formulieren, nennen wir Öffentlichkeits- und Pressearbeit.

Warum braucht Ihr Kernbotschaften?

Um Presseanfragen beantworten zu können, hilft es Kernbotschaften zu formulieren – also Sätze, die euer Anliegen auf den Punkt wiedergeben. Im Vorhinein lohnt es sich jedoch zu überlegen, wer das Publikum der eigenen Botschaft sein soll und wie man dieses Publikum gut erreichen kann.

Auf unserer Website findet Ihr auch eine Einführung zu den Race-Class-Narrativ (RCN). Um Eure Botschaften „anschlussfähig” zu gestalten, möchten wir Euch hier die gesellschaftliche Analyse des Konzepts zeigen und was Ihr daraus für Eure Kernbotschaften ziehen könnt:

Wie findet Ihr Eure Zielgruppe?

In dem RCN-Konzept gehen wir von drei Zielgruppen aus:

Es gibt „unsere Basis“, das sind die Menschen, die vielleicht nicht aktiv sind, aber unsere Ziele teilen und auf unserer Seite stehen. Auf der anderen Seite gibt es „unsere Gegner*innen“, das sind diejenigen, die komplett gegen uns sind und alles, woran wir glauben und wofür wir stehen, ablehnen und bekämpfen – meistens sind das Neoliberale und Rechte. Die größte Gruppe sind „die Überzeugbaren“. Das sind sehr viele Menschen, die unentschieden sind, die manche fortschrittlichen Überzeugungen teilen, sich aber auch von manchen reaktionären Ideen beeinflussen lassen. 

Um Menschen über unsere eigene Basis hinaus hinter unseren Botschaften zu versammeln, müssen wir überlegen, wie wir unsere Botschaften im Bezug auf Sprache, Verständlichkeit, Fachwörter, Sachverhalte und Voraussetzungen anpassen – unsere Basis wollen wir trotzdem mit adressieren. Ein Tipp hier: Formuliert Eure Botschaft so, dass sie auch ein Schulkind verstehen kann!

Leitfaden: Wie kommunizieren wir im Zeitalter des Klimarollbacks?

Während sich Regierungen vor Klimaschutzmaßnahmen drücken, sie zurückschrauben oder anstatt dessen vermeintliche Lösungen (wie LNG Terminals und E-Autos) priorisieren, sind die Auswirkungen der Klimakrise für viele Menschen bereits jetzt lebensbedrohlich. Statt den Narrativen der Rechten in die Hände zu fallen, hilft dir dieser Leitfaden in Zeiten des Klima-Rollbacks klare Botschaften zu formulieren, die Verantwortlichen zu benennen und positive, progressive Visionen zu erzählen.

Kommunikationsleitfaden zur Kampagne „Wir-Fahren-Zusammen“

Im Zuge der Kooperation zwischen dem Movement Hub und der Kampagne „Wir-Fahren-Zusammen” entstand der folgende Kommunikationsleitfaden. Die Kampagne setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs sowie für den Ausbau des Nahverkehrs für mehr Klimaschutz ein. Ihr arbeitet auch zum Thema ÖPNV? Dann kann dieser Leitfaden hilfreich für Euch sein.

Ihr wollt ein Training oder Workshop bei uns anfragen? Schreibt uns jederzeit an.
Presse[at]movement-hub.org
Wir freuen uns, wenn wir Euch unterstützen können!
Den Blick verändern

Die Überzeugbaren können reaktionäre Meinungen vertreten, aber sie sind diesen Meinungen nicht bewusst ideologisch verpflichtet, wie es unsere Gegner*innen sind. Die meisten Menschen haben meist eine Reihe widersprüchlicher Überzeugungen, die zum Teil von den vorherrschenden Botschaften geprägt sind, die sie um sich herum hören, und ihre Meinungen ändern sich, wenn sich diese Botschaften ändern.

Deswegen ist es so wichtig zu überlegen, wie wir über Forderungen, Aktionen etc. sprechen, damit sich der Blick auf bestimmte Themen und somit die Meinung ändert. Im „Pressesprech” nennt man die Art, wie man einen Sachverhalt beschreibt, Framing.

Ganz wichtig dabei: Wiederholt nicht die Botschaften Eures Gegners. Das führt dazu, dass diese wieder und wieder gehört werden. Überlegt lieber, wie Ihr mit Worten, Sätzen und Kernbotschaften den Blick verändern könnt.

Botschaften testen

Slogans, Forderungen, Marken und Bilder für politische Kampagnen werden meistens von einem kleinen Team entwickelt. Oftmals haben diese Personen gemeinsame Überzeugungen, leben an denselben Orten und haben ähnliche Identitäten und Lebensstile. Das heißt, sie denken und fühlen ähnlich. Und eine Kampagne entsteht fast immer unter Zeitdruck.

Wir haben oft nicht die Zeit, die wir brauchen würden, um darüber nachzudenken, wem genau wir was sagen wollen, wie die Empfänger*innen unserer Botschaften denken und fühlen, was wir in dieser Gruppe bewegen wollen – und wie deshalb unsere Botschaft aussehen und sich anhören sollten. 

Weil unsere Botschaften häufig auf Annahmen gestützt sind, wissen wir gar nicht, ob Menschen dem tatsächlich zustimmen würden. Deswegen haben wir hier einen Leitfaden zum Testen von Botschaften zusammengestellt. Testing hilft Euch herauszufinden, ob Eure Botschaften verstanden und wie sie von den jeweiligen Zielgruppen angenommen werden. Daran könnt Ihr Euch dann orientieren, ob Ihr noch weiter an den Botschaften arbeiten müsst, um sie verständlicher zu machen, ob sie die Werte widerspiegeln, die Eure Zielgruppe vertritt und ob die Menschen, die Ihr erreichen wollt, wirklich erreicht werden.

Weitere Ressourcen:

Wie geht politische Kommunikation? Auf der Webseite vom Kollektiv Wort.wechsel findet Ihr weitere Leitfäden

Ihr braucht Presse- & Talkshowtrainings? Schaut mal bei der Aktivist*innenagentur vorbei.

Ihr braucht Hilfe in eurer ÖA-Arbeit und wisst nicht weiter, oder wollt das RCN nutzen? Schreibt uns!